Jüngere Fachkräfte stehen dem Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) in Organisationen am positivsten gegenüber. Allerdings respektieren sie dabei ethische Grundsätze am wenigsten. Dies geht aus einer Untersuchung des IT- und Business-Transformation-Dienstleisters Conclusion unter mehr als fünfhundert KI-Managern in mittleren und großen Organisationen hervor.
Fast die Hälfte der Fachkräfte unter 35 Jahren gibt an, dass sie bei der Anwendung von KI keine ethischen Abwägungen treffen. Zum Vergleich: Bei den 35- bis 54-Jährigen liegt dieser Anteil bei 35 Prozent, bei den über 55-Jährigen bei 24 Prozent. Gleichzeitig befürchtet gerade Gruppe der Jüngeren am meisten negative Folgen von KI für ihren Arbeitsplatz. 48 Prozent von ihnen rechnen damit, aufgrund von KI ihren Arbeitsplatz zu verlieren, aus der Gruppe der Ältesten rechnen damit nur 39 Prozent.
Obwohl die Begeisterung für Anwendungen künstlicher Intelligenz groß ist, bleiben Unternehmen noch vorsichtig. Beispielsweise halten nur 42 Prozent KI-Entscheidungen für verlässlicher als menschliche Urteile und 30 Prozent der Unternehmen sagen, dass sie nie ohne vorherige Risikobewertung mit KI begännen. Dennoch scheinen viele Organisationen wenig die sozialen Auswirkungen ihrer Anwendungen reflektieren. Nur 25 Prozent beschäftigen sich aktiv mit KI und Ethik. Die Ergebnisse zeigen, so Conclusion, dass es in der Geschäftspolitik mit KI nicht viel bis gar nicht um Ethik geht. Dies ist bemerkenswert, da das europäische KI-Gesetz Unternehmen gerade zu einem verantwortungsvollen Umgang mit KI verpflichtet. Darüber hinaus begrüßen 51 Prozent der Befragten eine strengere Regulierung, während 44 Prozent der Meinung sind, dass KI unabhängig von festgelegten Regeln niemals vollständig ethisch sein kann.
„Jüngere Fachkräfte nehmen neue KI-Anwendungen eher an, achten aber weniger auf ethische Aspekte und Vorschriften“, fasst Tomas van den Nieuwendijk, Direktor von Conclusion AI 360, zusammen. „Ältere Mitarbeiter sind vorsichtiger, können sich aber besser in der komplexen Umgebung von Gesetzen und Vorschriften zurechtfinden. Dies erfordert einen intelligenten Ansatz, bei dem Organisationen die unterschiedlichen Stärken von Generationen kombinieren. Jüngere Mitarbeiter können beispielsweise als Innovationsbotschafter fungieren, während ältere Fachkräfte wertvolle Erfahrungen im Bereich Risikomanagement und Governance mitbringen.“