Der ehemalige Bestatter Gerrit, der Koch Jeroen und der frühere Installateur Alwin haben sich entschieden, in der Pflege zu arbeiten und sind heute bei Het Gastenhuis im niederländischen Geldermalsen tätig. Das NPM-Portfoliounternehmen Het Gastenhuis bietet kleine, wohnliche Pflegeeinrichtungen für Menschen mit Demenz, in denen die Bewohner ihren Alltag möglichst selbstbestimmt gestalten können. Als Männer in der Pflege sind sie noch immer eine Ausnahme, doch alle drei sagen, dass sie ihre Entscheidung nicht bereuen, berichtete die Regionalzeitung De Gelderlander.
Im Het Gastenhuis in Geldermalsen ist der Anteil männlicher Mitarbeiter im Vergleich zum Pflegesektor relativ hoch. Von den 54 Beschäftigten sind 9 Männer, was laut Manager Alwin van Deutekom-Van Wees (51) über dem Durchschnitt liegt. „Die Zahl der männlichen Bewerber ist sehr gering. Wenn wir die Wahl haben, bevorzugen wir einen Mann“, sagte er der Zeitung. „Wir hätten gerne mehr Männer im Team.“
Van Deutekom selbst wechselte aus einem technischen Beruf in die Pflege. „Ich musste eine Hemmschwelle überwinden, um in der Pflege zu arbeiten.“ Heute ist er überzeugt von seiner Entscheidung. „Ich habe meine Wahl keinen Tag bereut.“ Ein gemischtes Team sorgt seiner Meinung nach für ein besseres Gleichgewicht und eine engere Verbindung zu den Bewohnern. „Man merkt ein anderes Gleichgewicht in einem Team mit mehr Männern, es entstehen andere Gespräche.“
Auch Gerrit van Ewijk (56), ehemaliger Bestatter und heute Pflegefachkraft, wagte den Wechsel erst später im Leben. „Ich dachte: ‚Jetzt muss ich es tun, sonst bin ich zu alt.‘“ Er entschied sich bewusst für eine Tätigkeit, die ihm mehr Erfüllung gibt. „Es ist wichtiger, dass man seine Arbeit gerne macht. Das Geld steht an zweiter Stelle.“ Neben seiner Arbeit als Pflegekraft betreibt er auch einen kleinen Friseurbereich für männliche Bewohner. „Im Barbershop können wir Männern gezielt Zeit und Aufmerksamkeit geben.“
Koch Jeroen Gordijn (61) wechselte aus der Gastronomie in die Pflege, vor allem wegen des persönlichen Kontakts. „Man lernt die Menschen wirklich kennen.“ Das mache die Arbeit für ihn attraktiver. „Das war schon immer meine Präferenz: der direkte und langfristige Kontakt mit Menschen.“ Auch bei praktischen Anliegen wenden sich Bewohner oft an ihn. „Die ältere Generation sucht in solchen Fällen häufig gezielt einen Mann auf.“
Quelle: De Gelderlander