Für 78 Prozent der Niederländer wird es mit der Zunahme von KI im täglichen Leben immer schwieriger, zwischen echt und falsch zu unterscheiden. Dies geht aus einer Studie der NPM-Beteiligung Conclusion hervor, die 1.003 Niederländer befragte. Vor allem junge oder ältere Menschen haben Schwierigkeiten mit dem Unterscheiden: 71 Prozent bei den 16- bis 29-Jährigen, 85 Prozent bei den 60- bis 69-Jährigen, so der IT- und Business-Transformationsdienstleister.
Die Studie zeigt, dass viele Menschen digitalen Nachrichten von Bekannten automatisch vertrauen. Mehr als die Hälfte der Niederländer (55 Prozent) zweifelt selten an der Echtheit einer Nachricht oder eines Anrufs von jemandem aus dem eigenen Netzwerk. Bei jüngeren Menschen liegt dieser Anteil mit 60 Prozent sogar noch etwas höher. Roel Gloudemans, Director IT Risk & Compliance bei Conclusion, ist davon überzeugt, dass diese Gruppe dadurch besonders anfällig für Deepfakes ist: „Das Risiko verlagert sich von ‚Siehst du es?‘ zu ‚Traust du dich, zu zweifeln?‘.“
Trotz wachsenden Risikobewußtseins innerhalb der Bevölkerung trifft nur eine kleine Gruppe Vorsichtsmaßnahmen. Lediglich 13 Prozent haben sich mit Familie oder Freunden auf ein Codewort geeinigt, um KI-Betrug wie Voice Cloning oder Deepfake-Videos zu erkennen. Gleichzeitig halten mehr als 40 Prozent Opfer von Betrug dieser Art für „naiv“. Junge Menschen urteilen am härtesten: Unter den 16- bis 29-Jährigen bezeichnen 48 Prozent die Opfer als naiv, bei den über 60-Jährigen nur 37 Prozent.
Auch Zynismus scheint eine Rolle zu spielen. Fast drei von zehn Niederländern (29 Prozent) in der Studie sagten, dass es wenig Sinn habe, vorsichtig zu sein, weil KI und Hacker immer schlauer wären. Besonders verbreitet ist diese Vorstellung bei den 30- bis 39-Jährigen, wo sich 37 Prozent mit dieser Vorstellung identifizieren. Laut Gloudemans besteht dringender Handlungsbedarf: „Ohne gemeinsame Anstrengungen von Bürgern, Unternehmen und auch staatlicherseits wächst mit jedem Tag das Risiko.“